David gegen Goliath im Netz-Streit
Stadtwerke klagen gegen EON.edis
Gemessen an den vier großen Energieriesen sind die Stadtwerke Oranienburg (SWO) ein; Zwerg. Doch der lokale Versorger möchte stärker zu einem regionalen Anbieter werden. Das passt nicht allen. David SWO beschreitet gegen Goliath EON.edis jetzt den Klageweg.
Nachdem die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten bereits im September 2008 den Stadtwerken Oranienburg die Konzession für das örtliche Stromnetz erteilt hatten, sollten die das komplette Netz zum 1. Januar dieses Jahres übernehmen.
Doch daraus wurde bisher nichts! „Obwohl wir seit mehr als einem Jahr verhandeln und ernsthaft nach einem Einvernehmen suchen, blockiert der bisherige Netzbetreiber EON.edis die Übergabe", ist Detlef Giese, technischer Geschäftsführer der SWO, sauer. „Uns blieb gar nichts, anderes übrig, als den Klageweg zu beschreiten."
Der könnte ein recht langer werden, befürchtet Giese. Denn wer, beim Landgericht unterliege, der werde sicher das Oberlandesgericht anrufen, und womöglich sogar noch: vor den Bundesgerichtshof ziehen, stellen sich die SWO auf ein langwieriges Verfahren ein.
Das schreckt die Stadtwerke aber nicht ab. Im Gegenteil: „Wir halten an unserer Strategie fest, unser Stromnetz regional zu erweitern", sagt Giese. Er verweist auf Interessenbekundungen, die die SWO in Birkenwerder, Glienicke und im Mühlenbecker Land abgegeben haben und auf die Bewerbung für Leegebruch. „Sollten wir dort den Zuschlag erhalten, würden wir über kurz oder lang die Verantwortung für ein Stromnetz für 100 000 Einwohner übernehmen'*, blickt Giese voraus und hält dies unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten für sehr erstrebenswert.
Dass Kundennähe für die SWO kein Fremdwort ist, beweise das im Oktober 2009 in Hohen Neuendorf eröffnete Kundendienstbüro. „Immerhin haben wir dort und in den Oranienburger Ortsteilen rund 200 neue Stromkunden gewinnen können", sagt Marketing-Chef Stefan Wiesjahn. Die Stadtwerke wollen also nicht nur im Netzbereich wachsen. „Auch der persönliche Kontakt zu den Kunden soll gepflegt werden und, wir wollen auf diese Weise noch mehr Abnehmer von unseren Leistungen überzeugen", sagt Wiesjahn.
Von Friedhelm Brennecke | OGA



